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Videoinstallation/ 2010








Ausstellungsansicht Galerie der HFBK


Die Installation „Rosa“ zeigt eine projizierte Animation auf das von den Kuratoren vorgegebene, rote Display in Form einer roten Papierbahn. Von der Decke des Ausstellungsraumes hängt ein Projektor, der holzverschalt an einen rosafarbenen Blasebalg erinnert und damit die in der Animation gegebene Form aufgreift. Ausgangspunkt des Videos und der Installation war die Fragestellung, was macht ein vorgegebenes, farbiges (in diesem Fall rotes) Display mit Kunst, die damit nicht unter konventionellen, weißen und neutralen Ausstellungsbedingungen gezeigt wird? Verdeutlicht man die Situation und hält fest, daß die rote Bahn, der Kunstanzeiger, einen Raumverlust ins zweidimensionale bedeutet und nur linear betrachtet werden kann, lag es für mich nahe anlässlich der Ausstellungseinladung ein immaterielles Stück in Form einer Projektion zu zeigen. Ebenso bedeutsam wie die Zweidimensionalität des Kunstanzeigers ist dessen Farbigkeit, die stark assoziativ belastet ist und Kunst und Künstler schnell eine erdverbundene, leidenschaftlich, sexuell, christlich, körperlich, politische Dimension unterstellen kann. I’m not afraid of red. Da die Neutralität des Kunstraumes White Cube unter diesen Bedingungen der Red Lane verloren geht, scheint Licht eine interessante Spielart für diesen neuen Raum zu sein. Die Animation zeigt drei Teile und wird im Loop gezeigt, wobei die Reihenfolge unwichtig ist. Teil eins zeigt weißes, projiziertes Licht, das durch den roten Untergrund Rosa erscheint. Teil zwei zeigt folgenden, in weiß projizierten Text: „Wenn der Kontext wichtiger wird als der Text, sieht man rosa“, und Teil drei zeigt einen spitzgestreifen Balken in den reinen digitalen Farben rot, grün, blau, cyan, magenta, yellow, vor sechs unterschiedlichen Hintergr√ľnden, ebenfalls rot, grün, blau, cyan, magenta, yellow. Eine Sequenz mit einem Farbhintergrund und der zudem pulsierenden Faltform im Rhythmus: ruhende Position, Aufziehen des Balkens, Zusammenziehen des Balkens, ruhende Position, dauert jeweils 23,1 Sekunden. Diese Zahl ergibt sich folgendermaßen: Die Frequenz der Wellenlänge roten Lichts liegt bei einem Mittelwert von 431,5 THz, d.h. pro Sekunde 431 500 000 000 000 Schwingungen, was bedeutet, daß eine Wellenschwingung 0,000 000 000 000 0023175 Sekunden braucht. Um einen für die menschliche Wahrnehmung angenehmen Wert zu finden, habe ich errechnet, wie lange rotes Licht für 10 000 Billionen Schwingungen braucht, nämlich etwa 23, 175 Sekunden. Die Animation zeigt daher exemplarisch eine Schwingung von 0,0431Hz, was einem Maßstab von 1:10 000 000 000 000 000 entspricht. Wie das weiße, projizierte Licht auf dem Untergrund nicht weiß erscheint, so scheinen ebenso r g b c m y „verzerrt“. Diejenigen farbigen Streifen der Faltform, die deckungsgleich mit der jeweiligen Hintergrundfarbe sind, sind nicht sichtbar. Auch hier ist der Kontext so stark, das Information verborgen bleibt und damit verloren geht. Der Beamer und dessen Umschalung sind als Körper in der Red Lane nicht denkbar. Da es sich hier allerdings nur um ein „künstlerisches Forschungsfeld“ handelt natürlich schon. So verhalten sich Beamer, Verschalung und Aufhängung zur Red Lane und zum White Cube, wobei die Färbung der Verschalung andeutet, bezogen auf den Animationstext selbst ein wichtig-unwichtiger Kontext zu sein, da diese selbst nebensächlicher Kontext ist, der rosa gefärbt ist, aber trotzdem gefallen kann.